Hier in Nashville hören wir - wie sich das für gute Deutsche gehört - nach einer langen durchzechten Nacht Rammstein. Und weil John gerne raushängen lässt, dass der in Deutschland geboren ist, trinken wir dazu dann Jägermeister und ich frage ihn ein paar Vokabeln ab.
Letzten Freitag hat "The Emotron" auf einer Party gespielt, und ich sage euch...der Junge ist genial! Ja, er war gleich so gut, das alle nach dem ersten Song wieder gegangen sind und ich mich plötzlich alleine in dieser Schaar...Menschen...wiederfand.
Aber auf John ist Verlass, er hat mich rechtzeitig rausgeholt. Auf der nächsten Party war es gemütlicher und auch sehr lustig. John und ich erzählten McCartney, bis dahin ein nettes Mädchen, Geschichten vom "German Kissing", das im Vergleich zur französischen Variante doch einiges mehr zu bieten hätte (Benoit stand im Hintergrund und weinte bitterlich). Was wir nicht wussten: McCartney bildete sich ein, vom Küssen etwas zu verstehen und wollte sogleich einen Wettbewerb veranstalten.An dieser stelle Danke ich meiner Mama und Criss, die mich beide immer ermahnen, doch nicht so viel Alkohol zu trinken - dank dieser erleuchtenden Worte und dem Ring an meinem Finger bekam ich den Posten des Schiedsrichters (den ich dankend annahm) und John übernahm den deutschen Part. Benoit legte sich als Meister des französischen Kusses ins Zeug und ich gab den beiden jeweils 10 Sekunden.
Nun, McCartney konnte sich nicht entscheiden. Nach der zehnte Runde fühlte ich mich in mehr in eine okkulte Beschwörung versetzt, John küsste eigentlich Benoit, McCartney war nur das Medium. Ihr versteht was ich meine. Die weiteren Abläufe und Verwicklungen waren ein grandioses Meisterwerk der Zungenaktrobatik.
Irgendwie haben wir es dann im Morgengrauen zurück zu Johns Appartement geschafft, und bei einer guten Tasse Nudelsuppe haben wir die Ereignisse Revue passieren lassen, während aus der Box die letzten Takte von "Bestrafe mich" klangen - gegrinst habe nur ich. Heute - 3 Tage nach dem Vorfall - haben sich Benoit, John und McCartney zum ersten Mal wieder in der Öffentlichkeit gezeigt, und die Reue in ihren Gesichtern sprach Bände. Was habe ich gelacht!
Nun, wie dem auch sei, der Spaß hat jetzt ein Ende, die dritte Examensrunde steht bevor. Das Kind werde ich aber schon schaukeln, und über Ostern geht es dann für ein paar Tage nach Chicago. Dort werde ich mir als alter Basketball-Fan natürlich auch ein NBA-Spiel anschauen. Mit den Chicago Hornets. - Chicago Bulls? Ach so. Was auch immer. Hauptsache es fallen ein paar Tore.


John & McCartney.





